Einen hohen Anspruch, nämlich eine größtmögliche Aktualität, will die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) mit dem Startschuss zum Erscheinen ihres aktuellen Jahrbuchs (Ausgabe 2013) realisieren. Das Periodikum, das alle relevanten Zahlen, Daten, Fakten und Trends aus dem vertragszahnärztlichen Bereich zusammenfasst und wegen unbestritten objektiver Analyse als wertvolle Argumentationsbasis für die politische und wissenschaftliche Diskussion gilt, soll von nun an immer schon im Dezember erscheinen. Für Fachjournalisten ohnehin unverzichtbar bietet dieses Standardwerk aber auch für den niedergelassenen Zahnarzt auf fast 200 Seiten eine Fülle nützlicher Informationen für die eigene Praxis (beispielsweise BEMA-Einzelleistungsstatistik und durchschnittliche Kostenstrukturen). Die in der vorliegenden Ausgabe ebenfalls wieder enthaltene „Statistik zum privatzahnärztlichen Abrechnungsgeschehen“ (GOZ-Analyse / siehe auch Statistisches Jahrbuch 2012/2013 der Bundeszahnärztekammer) betrifft das Jahr 2012 und gibt erste interessante Einblicke in das Liquidationsverhalten in den Praxen nach Novellierung der privaten Gebührenordnung.

Im Vorwort des aktuellen Jahrbuchs zeichnet der amtierende KZBV-Vorstand zwei wichtige Langfrist-Trends nach: Zum einen bleibt die Zahl der Vertragszahnärzte insgesamt stabil (60.533). Parallel hierzu stieg die Zahl der angestellten Zahnärzte bis Ende 2012 auf mehr als 6.900 an. Ein Blick zu den Humanmedizinern zeigt allerdings dort eine wesentlich dramatischere Entwicklung (Stichwort: „MVZ“). Eine zweite wichtige Linie ist im Leistungssektor auffällig: Entsprechend der epidemiologischen Entwicklung (Verbesserung der Mundgesundheit durch konsequente Prävention und Änderung des Mundgesundheitsbewusstseins) geht die Zahl der pro Jahr bei Kassenpatienten gelegten Füllungen stetig weiter zurück und betrug in 2012 nur noch 52,5 Millionen (2000: 61,9 Mio; 2011: 53,6 Mio). Auch die Zahl der Extraktionen ist mit derzeit rund 13 Millionen weiterhin rückläufig.

Hier eine Zusammenfassung weiterer wichtiger Kennzahlen aus dem um- fassenden Statistikwerk auf den Stichtag 31.12.2012:

  • 53.626 niedergelassene Vertragszahnärzte plus 6.907 angestellte Zahnärzte (Ende II/2013 sogar 7.368)
  • in 44.571 Praxen (81,3 % Einzelpraxen, 18,7 % Berufsausübungsgemeinschaften) mit
  • über 246.000 Beschäftigten (davon über 27.000 Auszubildenden)
  • Versorgungsdichte: eine Zahnärztin/ein Zahnarzt pro 1.163 Einwohner
  • GKV-Ausgaben für zahnärztliche Behandlung (inkl. ZE): 11,748 Mrd. €, davon
  • 55,2% Kons/Chirurgie, 26,2 % ZE, 8,3 % KFO, 4,0 % IP, 3,3 % PAR, 3,0 % KG/KB
  • durchschnittlicher Praxisumsatz: 407.392 €; Kosten: 276.981 €, steuerlicher Einnahmenüberschuss: 130.411 € (Median: 116.790 €), Realwert (Basis 1976 = 100): 60.231 €
  • Betriebsausgaben: 34,2% Personal, 27,6% Fremdlabor, 13,8% „übrige Kosten“, 10,1% Material, 7,1% Raumkosten, 5,1% Abschreibung, 2,0% Zinsen
  • Durchschnittliche Arbeitszeit (1. Inhaber): 47,3 Std. pro Woche, davon 73,4% Behandlung, 17,1% Verwaltung, 9,5% Sonstiges
  • GOZ-Analyse (mit 160.959 ausgewerteten Privatrechnungen als Ba- sis): 2,46 = durchschnittlich angewendeter Multiplikator bei persönlichen Leistungen, 1,93 bei medizinisch-technischen Leistungen
  • GOZ-Analyse: 70,3% der Leistungen wurden zum 2,3fachen Satz li- quidiert, 18,5% darunter und 11,1% darüber. Das ist die Häufigkeitsverteilung bezüglich der Anzahl der Leistungen.
  • GOZ-Analyse: Mit der Bezugsgröße „Honorarvolumen“ sieht die Ver- teilung so aus: 7,6% niedriger als 2,3facher Satz, 60,8% mit 2,3fachem Multiplikator und 31,5% über dem 2,3fachen Satz.
  • GOZ-Analyse: Durchschnittlicher Rechnungsbetrag pro Liquidation (inklusive M.- und L.-Kosten): 288 €

Wer mehr wissen will über wirtschaftliche Rahmendaten, Einnahmen- /Ausgabensituation der GKV, Abrechnungsstatistiken, betriebswirtschaftli- che Fakten, Versorgungsdichte und GOZ-Abrechnungsverhalten in den ein- zelnen Teilbereichen der Privatgebührenordnung sollte das KZBV-Jahrbuch 2013 unter www.kzbv.de bestellen (ISBN: 978-3-944629-01-8).

Quellen: KZBV-Jahrbuch 2013; „Ärzte Zeitung“ vom 13.01.2014

(Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung von © www.adp-medien.de.)